Achterbahn der Gefühle bei Kurseinbrüchen

Mein Freund hat mich heute freundlicherweise darauf hingewiesen, dass sein Erspartes auf dem Girokonto besser performt als mein Depot. Mein Depot bleibt vor der Corona-Krise leider nicht verschont. In den jetzigen Zeiten ist es durchaus möglich, dass die Kurse noch weiter sinken und die nächsten Monate oder gar Jahre rote Zahlen bescheren.

Nicht so entspannt, wie gedacht..

So langsam sollte ich den Rat erfahrener Börsianer befolgen und nicht mehr in mein Depot schauen. Es ärgert mich, dass ich meine Wertpapiere nicht (wie wenige Glückliche) vor einem Monat verkauft habe. Als die ersten Corona-Fälle in Deutschland ankamen, habe ich durchaus daran gedacht, zumindest einen Teil meines Depots zu liquidieren. Letztlich dachte ich mir aber: „Jetzt kannst du mal Nerven beweisen. Das ist ein kurzes Husten an der Börse und bald sehen wir wieder Höchststände“. Mittlerweile bin ich mir (typisch Krise) nicht mehr so sicher und lasse mich von den apokalyptischen Zukunftsszenarien anstecken. Corona wird uns noch ein wenig beschäftigen und es wird sich zeigen, welche Nachwirkungen die fehlenden Umsätze auf die Wirtschaft haben.

Obwohl mein Depot relativ betrachtet nur 25% verloren hat, fühlt sich das nicht so cool an. In absoluten Zahlen ist rund 1 Jahr Sparleistung verpufft. Der Gedanke daran, dass es durchaus noch mal so viel nach unten gehen könnte: Noch uncooler. Die vielen klugen Sprüche beruhigen mich irgendwie nicht.

„Es ist alles eine Frage des Zeithorizonts!“ 

„Der Kurs ist egal, so lange die Dividenden fließen.“

„Die Anzahl der Wertpapiere verringert sich nicht.“

„Wer Wertpapiere nicht in schlechten Zeiten hat, hat sie auch nicht in guten Zeiten.“

Ich werde die innere Stimme im Kopf nicht los, die in mir sagt: „Wofür hast du all die Jahre investiert, wenn du in einer Krise zum gleichen Preis einkaufen kannst?“

Ich werde nun jeden Tag zur Beruhigung den Corona-Artikel vom Finanzwesir lesen müssen. Parallel grüble ich, in welcher Phase des typischen Investors ich mich gerade befinde… Gefühlt bin ich bei „Hoffnung“, dass sich die Kurse wieder ein wenig erholen, bevor sie den nächsten großen Schlag tun. Da Corona in vielen Ländern jetzt erst los geht, gehe ich davon aus, dass wir uns am Anfang der Krise befinden.

Online-Broker Wissen: Der Typische Investor macht an der Börse alles falsch!

Der typische Investor, Quelle: Infografik von Kontomitkreditkarte.com

Strategie auf dem Prüfstand

Das jetzige Gefühlschaos ist eine gute Probe, ob Wertpapiere langfristig das Richtige für mich sind. Seit Jahren warnen Finanzblogger davor, in der Krise die Nerven zu verlieren und alles mit Verlust zu verkaufen. Letztlich durchlebe ich nun die Erfahrungen, die ich sammeln wollte.

Aus aktueller Sicht, ist meine Risikotoleranz nicht so groß wie gedacht. Ich werde in Zukunft wieder auf einen größeren Tagesgeldpuffer achten. Vielleicht verkaufe ich auch die ein oder andere Position, mit der ich ohnehin nicht zufrieden bin. In meinem Depot sind vor allem meine ETFs rot. 5 meiner 6 einzelnen Unternehmen strahlen mich zum Glück noch grün an. Amazon ist z.B. 140% im Plus. Da können die Kurse noch kräftig fallen, bis ich da jemals wieder rote Zahlen sehe. Generell hinterfrage ich, ob ich mit Einzelaktien in langfristig besser fahren würde.

Aktuell bin ich (noch?) von Wertpapieren überzeugt. Lediglich der Drang, die Börse zu  timen und mehr rausholen zu können, stimmt mich unzufrieden. 

Festhalten an meiner Hauptstrategie

Mein Depot hatte in letzter Zeit nicht Prio 1 in meinem Leben und das soll so bleiben. Weiterhin empfehle ich:

  1. Gesund bleiben
  2. Besitz eines hohen Notgroschens
  3. Fokus auf den Job
  4. Sparsam leben

Selbst wenn man all sein Vermögen verliert: So lange man selbst & Angehörige gesund sind, kann man sich wieder ein Leben aufbauen. Alles Geld auf der Welt nichts, wenn man schwer krank ist. Ich bin froh, dass ich nur Geld investiert habe, dass ich nicht brauche. Ich bin selbst bei Arbeitslosigkeit nicht sofort gezwungen, mein Depot mit hohen Buchverlusten aufzulösen.

Ich habe vor Kurzem einen neuen Job angefangen und bin noch in Probezeit. Da die deutsche Wirtschaft schon letztes Jahr kriselte, war das ein gewisses Risiko. Aufgrund meines Notgroschens konnte ich die Sache entspannt angehen. Es ist nach wie vor wichtig, dass man Spaß in seinem Beruf hat und sich weiterbildet. Gleichzeitig ist es beruhigend, wenn jeden Monat neues Geld reinkommt. Viele haben nun Angst vor Arbeitslosigkeit und Kurzarbeitergeld. Wer sparsam lebt (und ggf. Ersparnisse hat), kommt auch mit 60% seines Einkommens eine Weile über die Runden.

Es sind schon komische Zeiten.

Habt ihr noch ein paar kluge Sprüche und Weisheiten für die jetzige Zeit? Welche Gefühle durchlebt ihr gerade und hat sich an eurer Investitionsstrategie etwas geändert?

66 Gedanken zu „Achterbahn der Gefühle bei Kurseinbrüchen

  1. Es ist schon fast ein bisschen amüsant, wie es bei mir stellenweise genau anders herum ist, als bei dir:
    Die Einzelaktien sind bei mir mit ein paar Ausnahmen deutlich roter als die ETFs, dafür bin ich aber insgesamt entspannter als gedacht, obwohl auch mein Gesamtportfolio mit P2P und Festgeld schon jetzt ein paar Prozent im Minus ist (vom Hochpunkt aus hat es mich auch um die Sparraten von 1,5 Jahren zurückgeworfen). Die Sparpläne laufen weiter, meinen eigentlich zu kleinen Notgroschen baue ich aber parallel auch lieber auf, als Sonderzukäufe zu tätigen, da die Jobsituation nach Corona sicherlich nicht mehr so entspannt sein wird wie vorher.

    Generell sage ich mir halt auch, 1,5 Jahre sind auf den Anlagehorizont gesehen nicht so viel als dass es mich nun sehr beunruhigen würde. Da hat mich schon eher geärgert, dass für Xetra-Gold ab 01.04. bei der DKB laufende Kosten anfallen würden, weshalb ich in dieser volatilen Zeit bei großen Spreads auch noch in EUWAX-Gold II umschichten musste – physisch zu Hause ist für mich keine Option, da es ja schon einen Wohnungseinbruch bei mir gab.

    Ansonsten mache ich mir eher Sorgen, dass die privaten Theater das hier in Hamburg nicht überleben könnten, wenn die Maßnahmen zu lange andauern, da wäre ich dann wirklich traurig.

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    • Hi Lutz,
      ich habe auch keine Wertsachen zuhause. Ein Kollege meinte letztens, dass er für Notfälle immer 5.000€ zuhause liegen hat. Wir haben ihn dann nach seiner Adresse gefragt.. 😀

      Für alle Geschäfte sieht es düster aus. Ist ja fast alles zu. Obwohl die Beschlüsse der Regierung dafür verantwortlich sind, ist es ja trotzdem irgendwie höhere Gewalt. Vermutlich werden viele ihre Mieten / Schulden demnächst nicht mehr bezahlen. Eine Kettenreaktion.
      Du bist nun vermutlich auch im Homeoffice? Ich bin dankbar, dass ich nun normal weiter arbeiten kann. Wobei mein Arbeitgeber 100% von der Wirtschaft abhängig ist und Corona sich bei Folgebeauftragungen sicherlich äußern wird. Aber abwarten und das Beste hoffen. Nächstes Jahr dreht sich die Erde hoffentlich wieder normal.

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      • Ja, mittlerweile bin ich auch im Home Office, mir fehlt aber etwas der tägliche Arbeitsweg auf dem Fahrrad und natürlich auch die Mittagspause mit den Kollegen.

        Ja bei den Geschäften ist es so, dass ich meist ohne große Emotionen reingehe, einkaufe und wieder gehe – für die Betroffenen Besitzer und Angestellten ist das natürlich trotzdem doof, dennoch wird sich für benötigte Produkte mittelfristig wieder ein Händler finden. Bei den Dienstleistungen ist das schon schwieriger, bei Friseuren bin ich ziemlich anspruchslos, aber bei den privaten Theatern gibt es nur wenige, die genau meinen Geschmack treffen und falls die verschwinden, kann es durchaus lange dauern, bis wieder ein ähnlich gutes aufmacht.

        Ist natürlich eine etwas egoistische Sichtweise, das gebe ich gerne zu, mag aber den einen oder anderen (vielleicht in deren Fall mit dem Liebsrestaurant o.ä.) ähnlich gehen.

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      • Hi Lutz, ein bisschen kann ich das verstehen. Ich wäre z.B. traurig, wenn mein Lieblingsmetzger oder mein Gemüseladen ums Eck zu machen müssten. Aber zum Glück sind das „systemkritische“ Berufe. Auch das Kino ums Eck wäre schade.. Ich bin nun einfach mal gespannt, wie mit solchen Situationen umgegangen wird. Es kann ja nahezu jeden Laden treffen, der nun längere Zeit geschlossen ist.

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    • Ja, es sind verrückte Zeiten.
      Bleibt gesund, alles andere wird sich regeln, wenn ihr neugierig/aufmerksam bleibt und die neuen Chancen ergreift.
      Damit meine ich nicht zwangweise die Kurse an den Börsen. Chancen gibt es überall.

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  2. Ich lese aktuell Andre Kostolany und er beschreibt aktuell genau, was du in deinem Artikel rüber bringst. Es kommt langsam die entscheidende Phase, in der alle Zittrigen den Markt verlassen und nur die Harten einsteigen bzw. im Markt bleiben. Das wichtigste ist, dass wir gesund bleiben und der Markt regelt das schon von alleine.

    Eine gesunde Cash-Quote in der Hinterhand für Notfälle oder solche Phasen ist immer von Vorteil. Ein schöner Artikel und bleibe bei deinen Sparplänen.

    Viele Grüße
    chris

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    • Hi Chris,
      das Absurde ist: Hätte ich kein Depot, würde ich nun einsteigen. Selbst wenns noch weiter runter geht, ist man schnell wieder im Plus. Stattdessen habe ich aber den Drang, meine Verluste durchs Timen wieder auszugleichen, indem ich verkaufe und noch tiefer einsteige.. Blöde Opportunitätskosten. Bzw. die Psychologie, dass Verluste schlimmer sind als verpasste Gewinne.

      Mal sehen, wie zittrig ich bin.

      Liebe Grüße
      Jenny

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  3. Hallo Jenny,
    ja, so ist das Investorenleben. Ich bin noch richtig tiefenentspannt. Gut, ich habe schon ein paar Krisen mitgemacht. Neuer Markt – defacto pleite. Finanzkrise 2008/2009 habe ich zwar Federn gelassen, aber nicht mehr so schlimm. 2020 Corona-Krise, die Kurse geben nach, aber es gibt auch ein Morgen und die Wirtschaft wird sich erholen. Das alles hat etwas Bereinigendes. Die kranken Firmen werden verschwinden und die guten gestärkt aus der Krise hervorgehen. Die Geschichte der Börse ist ca. 400 Jahre alt und es gab ungezählte Einbrüche, allen gemeinsam ist, dass es danach wieder aufwärts ging. Das liegt in der Natur des Menschen.

    Ich kaufe daher einfach nach. Sollte es ein oder zwei Titel erwischen, werden das die anderen wieder wett machen. Allen Firmen geht es auch nicht schlecht, viele verdienen sogar an der Krise und bei einigen ändert sich gar nichts. Hier kann man durchaus zuschlagen.

    Solange es Menschen gibt, besteht der Bedarf an den verschiedensten Leistungen. Diese wollen befriedigt werden, daran ändert auch kein Virus etwas. Da ich davon überzeugt bin, sehe ich das gelassen und es kommen wieder bessere Zeiten.

    Nach der Krise werde ich sehen, wie sich die einzelnen Unternehmen geschlagen haben. Vielleicht schichte ich etwas um, aber am Grundprinzip ändert sich nichts.

    Liebe Grüße
    Alexander

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    • Hi Alexander,
      bei dir mache ich mir da keine Sorgen. 🙂 Ich wünschte, ich hätte deine (und Alberts) Gelassenheit. Was vermutlich viel mit reinspielt, ist dass ich mir vielleicht mal eine Wohnung kaufen will und unterbewusst mein Depot zum Ansparen genutzt habe. Da sind Kurseinbrüche natürlich nicht so schön. Habe nun auch noch etwas Cash und werde mich dieses Jahr entscheiden müssen, ob ich das in mein Depot reinbuttere oder als Eigenkapital behalte. Wobei die Immobilienpreise nicht unbedingt fallen werden. Die Leute haben so teuer gekauft, dass die meisten trotzdem oder gerade aufgrund der Not weiterhin hohe Preise verlangen werden.

      Aber mal sehen. Ich bin trotzdem optimistisch, dass die Welt nicht untergeht und ich hoffentlich nicht arbeitslos werde. Ein Einkommenswegfall wäre tatsächlich der super-gau.

      Liebe Grüße
      Jenny

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      • Zu „… dass ich mir vielleicht mal eine Wohnung kaufen will und unterbewusst mein Depot zum Ansparen genutzt habe“
        Dieses „vielleicht mal“ ist natürlich recht schwammig. Ich hatte mir 1988 meine Eigentumswohnung gekauft. Die Entscheidung dafür fiel im Sommer 1987. Und das erste, was ich in dem Moment tat, war, alle meine Aktien zu verkaufen. Weil: eine Wohnung muss man mit Geld und nicht mit Aktien bezahlen.
        War es nun Zufall, dass ich den Crash vom Oktober 1987 dann nicht mehr mitgemacht habe? Nein – siehe oben: Den Crash konnte Niemand voraussehen, aber dass ich zu einem bestimmten Zeitpunkt Bargeld brauchen würde, das wusste ich.
        Und so solltest du es auch halten: Sobald du einen konkreten Zeitpunkt für deinen Wohhnungskauf weißt, kannst du über Aktienverkauf nachdenken. Bis dahin könnte es dir eigentlich egal sein, wie die Kurse gerade stehen.

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      • Mein aktueller Plan ist es, dass ich bei einem Wohnungskauf nur wenig Eigenkapital einbringe. Ich hatte schon immer geplant, 2-gleisig zu fahren und nicht mein ganzes Depot aufzulösen. Zu viel Eigenkapital bringt bei einem Immobilienkauf nichts. Realistisch gesehen habe ich es da auch nicht eilig. Wir haben eine schöne Mietwohnung und die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass einem zufällig tolle, bezahlbare Eigentumswohnungen über den Weg laufen.

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      • Zu „Zu viel Eigenkapital bringt bei einem Immobilienkauf nichts.“ = Da bin ich völlig anderer Meinung. Mein Credo lautet eher: „Jeder Euro Eigenkapital zählt doppelt“.
        Stell dir vor, du könntest deine Wohnung in bar bezahlen, und anschließend könntest du gerade noch aus deinem Gehalt die laufenden Kosten decken (so ähnlich ging es mir damals). Dann bist du völlig unabhängig von Kreditgebern, Zinsen, Börse etc. – also von Entwicklungen, auf die du ohnehin keinen Einfluss hast.

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      • @Rabi
        Eine komplett abbezahlte Wohnung hat natürlich Vorteile. Man braucht kaum Geld, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Aber so viel Eigenkapital habe ich nicht. Wenn ich dann zwischen dem Einbringen von 50k oder 100k Eigenkapital entscheiden müsste, dann zahle ich lieber eine höhere Kreditrate und habe dafür noch eine Cashreserve.

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  4. Wenn du nicht mehr mit deiner eingeschlagenen Anlagestrategie zufrieden bist, würde ich sie ändern. Ich freue mich auch nicht über die bisherigen Kursrückgänge, aber Ich werde an meiner festhalten, weil mögliche Krisenszenarien in meine Planung mit einflossen. In guten Zeiten war es einfach, hohe Aktienquoten zu fahren.

    Desweiteren würde ich weniger auf bestimmte andere Anleger gucken. Oder zumindest eine gesamtheitliche Sichtweise einnehmen: Neben den von dir angesprochenen wenigen Glücklichen, die rechtzeitig abgesprungen sind, gibt es viele Anleger, die notgedrungen verkaufen mussten, weil sie Liquidität brauchten. Anleger, die aus Panik ihre Buchverluste realisierten. Anleger, die sich durch Inkaufnahme höherer Risiken verzockt haben. Und natürlich Anleger, die nicht in den guten Zeiten davor an der Börse waren und es in Zukunft auch nicht sein werden.

    Erfolgreicher Vermögensaufbau ist aus meiner Sicht kein Sprint, sondern ein Marathon. Es zählt, wie man am Ende seines Anlagehorizonts dasteht. Wenn man Dank einer guten Vorbereitung in der jetzigen Krise nicht verkaufen muss, ist man bereits den meisten Anlegern voraus. 🙂

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    • Hi Mark,
      es geht letztlich um Opportunitätskosten. Wer bei -20% aus der Not heraus ausgestiegen ist, freut sich im Nachhinein vermutlich, wenn er die -60% in den Nachrichten verfolgt. Ich war noch nie überzeugt von Buy and Hold um jeden Preis und ärgere mich ein wenig, dass ich mich von dem „Hold“ so sehr habe überzeugen lassen. Mein Plan war es (eigentlich), dass ich in unsicheren Zeiten einen Teil meiner Positionen liquidiere und parke, um Verluste zu minimieren bzw. genügend Cash für Nachkäufe zu haben. Deswegen werde ich meine jetzige Strategie zwangsläufig überdenken und vermutlich einen Teil aus meinem Depot rausziehen. Mag sein, dass ich dadurch plötzliche +20% Sprünge verpasse, aber ich habe mich die letzten Jahre wohler gefühlt als ich noch 50k Cash-Reserve hatte.

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  5. Hallo Jenny,
    man lernt immer wieder neues dazu und diese Lage an der Börse ist auch in der Form neu für mich. Andererseits weiß ich, dass auch diese Krise vorüber gehen wird. Du kannst doch froh sein, im Gegensatz zu vielen, denen die Einnahmen komplett weggebrochen sind, dass Du einen Notgroschen hast, die Aktien immer noch besitzt und sogar noch einen Job, der dich weiter bezahlt.

    Ja, die Kurse sind stark eingebrochen und je nachdem wie lange man an der Börse ist, sind die Kursverluste entsprechend groß. Letztendlich ist momentan sowieso nicht die Zeit, sich primär um die Börse zu kümmern. Man sollte versuchen, möglichst mit wenig Risiko durch die Krise zu kommen und hoffen, dass es im besten Fall einen nicht mit dem Virus erwischt und wenn doch (was sehr wahrscheinlich ist) hoffen, dass es wie bei den meisten einigermaßen glimpflich abläuft. In der Umgebung schauen, wen man helfen oder was man positives tun kann. Das ist viel wichtiger.

    Die Kurse tun sowieso was sie wollen und wenn Du – soweit möglich – ganz normal machst, was Du vorher getan hast ist alles im grünen Bereich. Solange Du aktives Einkommen und deinen Notgroschen hast, investier einfach weiter. Business as usual.In ein bis zwei Jahren ist die Krise spätestens überwunden, weil jeder Virus nach einer Zeit verschwindet und man medizinisch irgendwann 2021 so weit ist, dass man es aktiv bekämpfen kann.

    Denke an andere positive Dinge und wenn Du weiter regelmäßig anlegst, wirst Du in spätestens drei Jahren feststellen, dass Du wesentlich besser als ein lumpiges Girokonto performt hast.

    Gier und Angst sind die schlechtesten Berater in vielen Fragen, so auch beim Investieren.

    Grüße Oliver

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    • Hi Oliver,
      danke für die ruhigen Worte! Realistisch gesehen ist mein Depot nicht „systemkritisch“ für mein Leben. Ich weiß mein Glück zu schätzen, dass ich trotzdem in einen sehr komfortablen Situation bin. Aktuell Homeoffice, gesund, keine Verpflichtungen, Notgroschen für 2 Jahre und habe auch noch einen tollen Partner. 🙂

      Ich werde nun versuchen, Ruhe in mein Depot zu bekommen. Vielleicht fühle ich mich nur unwohl, weil ich mich mit manchen Werten nicht so wohl fühle bzw. meine Cash-Reserve für meine Verhältnisse zu gering ist.

      Liebe Grüße
      Jenny

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  6. Hi Jenny,
    wie du sagst: es sind komische Zeiten.
    Interessant zu lesen, was in Sachen Investment in dir vorgeht. Ich hatte mir so ein Szenario im Vorfeld mal vorgestellt und durchgespielt. Was mache ich, wenn…! Und ich bleibe investiert, ein Sparplan auf einen World ETF läuft und regelmäßig in 10-15% Verlustschritte steige ich mit 3-4% des Depotvermögens ein. Mein Furcht ist eher, dass sich alles zu früh erholt und ich mir denke, Chance verpasst. Oder dass es nochmal 35% abwärts geht und dann mein Cash zum Nachschießen irgendwann weg ist. Abgesehen von den gesellschaftlichen Folgen, hier bemerke ich in meinem Umfeld schon die ersten Probleme. 😦
    Ich habe den Eindruck, du denkst viel über die Sachen nach. Daher wirst du deiner Linie trotz Zweifel treu bleiben. Deine Investments bis vor vier Wochen waren ja keine Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Und das finde ich gut.
    Grüße aus dem Home-Office, Marco.

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    • Hi Marco,
      ich mache mir generell zu viele Gedanken. Eine meiner größten Schwächen und Stärken. Ich gehe viele „Was wäre wenn?“-Situationen durch, um nicht überrascht zu werden. Eigentlich war ich durchaus offen dafür, einige Wertpapiere zu verkaufen, wenn mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Krise bevor steht. Ich hätte vor Corona nicht mein ganzes Depot verkauft, vielleicht 25-30% davon, um mehr Cash-Reserven zu haben. Vermutlich ärgere ich mich deswegen, weil ich mich gut daran erinnern kann, wie ich in mein Depot geschaut habe und drüber nachgedacht habe. Dieses Wochenende habe ich wieder in mein Depot geschaut und gehe die Szenarieren durch, was ich verkaufen könnte. Z.B. nach wie einen Teil der ETFs (weil ich mich erneut ärgern würde, wenn diese bei -60% stehen..) und Xiaomi ist bei mir so ein Kandidat. Ich glaube an die große Zukunft von Xiaomi in den nächsten 10 Jahren, aber in der Krise wird Xiaomi vermutlich keine große Kurssteigerung haben und mit den 8.500€ könnte ich stattdessen andere Werte gut nachkaufen. Vielleicht irre ich mich aber auch und aufgrund von Geldmangel kaufen bald alle nur noch günstige Handys bei Xiaomi und der Kurs steigt in die Decke.

      Wie man’s macht, ist es am Ende falsch.. Ich warte mal ab, wie sich die nächsten Tage so entwickelt. Wenn die Kurse steigen, verkaufe ich vielleicht doch ein paar ETFs und wenn sie fallen, kaufe ich eher nach. 😉

      An sich läuft das alles unter Luxusprobleme. Da ich den Konflikt mit potentieller Arbeitslosigkeit mit mir bereits ausgefochten habe, bin in in der Hinsicht absolut entspannt. In meinem Umfeld, wird das Thema Kurzarbeit akut. Wer da keine Reserven hat, hat ganz andere Ängste. Auch für Selbstständige ist es nun keine schöne Zeit. 😦

      Liebe Grüße
      Jenny

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  7. Pingback: Das wurde woanders geschrieben – Woche 12/2020 – Fuseboroto.info

  8. Hallo Jenny,
    durch deinen Eintrag vom 22.2. war ich (nochmal) auf Sparkojote aufmerksam geworden und habe seine letzten YouTube-Videos angeschaut. Mit seinen 24 Jahren redet er wie jemand, der schon 50 Jahre Börsenerfahrung und mehrere Crashs durchgemacht hat. Aber ich finde, dass er mit seinen Argumenten und seiner Vorgehensweise vollkommen recht hat.
    Rein auf dem Papier hatte ich am 27.2. bereits 3.000 Euro Minus; zwei Wochen später waren es schon mehr als 10.000 Miese. Und ohne die Videos von Sparkojote hätte mich diese Depot-Entwicklung bestimmt in eine gewisse Panik versetzt.
    Aber so sagte ich mir: „Hey, was ändert das an der Realität? Wenn ich jetzt stattdessen 10.000 Euro im Plus wäre, wäre mein (finanzielles) Leben kein Stück anders. Weil: mehr als 80 % meines Geldvermögens habe ich auf ganz „langweiligen“ Spar- und Termingeldkonten liegen. Ich würde mich deshalb jetzt bestimmt viel mehr ärgern, wenn sich die Kurse im letzten Monat verdreifacht hätten…“
    Auch ich habe das meiste in Einzelaktien, wobei ich nicht mal Aktien von Firmen gekauft hatte, die auf Wachstum setzen (wie z.B. Amazon), weil Zukunftsaussichten für mich schwer einschätzbar sind. Mein Schwager meinte mal, in zehn Jahren bewegt sich alles auf der Welt nur noch mittels UBER. Wenn das stimmt, ist die Firma sicherlich paar Billionen wert, ansonsten nicht mal ’ne Milliarde. Wer will das schon wissen?
    Da halte ich mich lieber an „langweilige“ CocaCola, die schon seit 100 Jahren gute Dividenden zahlen.
    Bleib gesund. Das ist (nihct nur im Augenblick) das Wichtigste.

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    • Hi Rabi,
      habe mir gerade auch das letzte Video von ihm angeschaut. Schon krass, wie ruhig und besonnen er ist. Das gleiche ist da auch bei Finanzwesir oder Alexander. Keine Ahnung, ob ich auch mal so ruhig sein werde. Ich habe mich nie zu den mutigen Anlegern gezählt, ich entscheide möglichst objektiv und passe meine Strategie bei Bedarf an.
      Wünsche dir auch Gesundheit. Über Investitionsstrategien zu philosophieren ist ein Luxus.

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      • Im „normalen Leben“ bin ich auch alles andere als mutig. Ich würde nie Aktionen riskieren, bei denen ich mir den Arm brechen könnte (geschweige denn ein Fallschirmsprung; wenn sich der Fallschirm schon tausendmal geöffnet hat, könnte es beim tausendundersten Mal ja anders sein…).
        Und an die Börse gebe ich auch nur das Geld, das ich auf absehbare Zeit (das kann sogar bis zum Lebensende sein) nicht für mein „normales Leben“ brauchen werde. Sprich: selbst wenn alle meine Aktien auf NULL fallen würden, könnte ich mein jetziges Leben so weiterführen wie bisher (vielleicht ginge das nur deshalb nicht, weil der Grund für den Börsenuntergang der Weltuntergang ist….)

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  9. Hallo Jenny,

    ich weiß wie sich das anfühlt! =)

    Auch ich bin gerade dabei einen neuen Arbeitsvertrag auszuhandeln. Leider war der Übergang nicht nahtlos und ich befinde mich technisch gesehen in der Arbeitslosigkeit. Genau in den 2 Wochen, in denen sich die Corona Panik so dermaßen zugespitzt hat. Vor 2 Wochen sah alles nach einer starken Verhandlungsposition aus. Tja, echt blödes Timing!

    Mein Depot ist mit 33% im Minus. Einige Unternehmen haben bereits ihre Dividenden ausgesetzt. Vor einem Monat dachte ich noch, Mr. Market sei mein Freund 😀

    Aber wie du sagst: Solange man gesund ist und ein paar Monate ohne Job und ohne Dividenden und Notverkäufe überbrücken kann. ist das Leben doch wunderbar! Ich sehe optimistisch in die Zukunft.

    Sobald du aus der Probezeit raus bist, befindest du dich in einer sehr komfortablen Situation. Ein regelmäßiges Einkommen und fette Rabatte an den Börsen. Den meisten kleineren Unternehmern geht es sicherlich um einiges schlechter =(

    Ich wünsche Dir starke Nerven und bleibt alle gesund!

    Beste Grüße
    Nico

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    • Hi Nico,
      alles Gute bei den Vertragsverhandlungen! Das nennt man heutzutage nicht arbeitslos, sondern „Sabbatical“ 😉 Einen Job in der Krise zu finden, kann auch positiv sein. Denn da hat der Arbeitgeber sich hoffentlich überlegt, ob er einen auch langfristig gebrauchen kann. Es hat sich schon alleine aus gesundheitlicher Sicht gelohnt: Bei meinem Arbeitgeber arbeiten nun alle im Homeoffice, was bei meinem alten Job nicht der Fall ist. Letzten Endes bin ich ohnehin ein optimistischer Mensch und denke mir: Im Nachhinein sollte alles so sein.“

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  10. Hi Jenny,
    mein Depot ist rot. An manchen Tagen ist die ein oder andere Einzelaktie kurzzeitig grün – dann wieder nicht. Aber weißt du was? Es lässt mich zum Glück total kalt. Ich habe noch ein Sparkonto, mein Geschäftskonto und eben das Girokonto. Für Notfälle bin ich abgesichert. Außerdem bin ich mir sicher, dass – bis ich das Geld vom Depot bzw. die Ausschüttzungen brauche – sich alles wieder erholt hat.
    Jetzt mag es ärgerlich aussehen, ist halt so. Ich bin zum Glück keine Spielernatur, sondern kann solche Dinge wie jetzt gut aussitzen. Das Geld, was aufs Depot geht, ist Extrageld. Selbst wenn das komplett weg ist, hätte ich da eh nur kurzfristigen Konsum für gekauft, das wäre jetzt sowieso auch schon weg.
    Ich seh es so: Finanziell ist das jetzt eine Situation, aus der wir was über uns selbst lernen können. Und gesund bleiben wir hoffentlich darüber hinaus!

    Ganz liebe Grüße
    Caro

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    • Hi Caro,
      schön von dir zu lesen! 🙂 Deine finanzielle Aufstellung klingt sehr vernünftig. Gerade als Familie halte ich es noch mal für wichtiger, sich finanzielle Sorgen so gut es geht aus dem Weg zu räumen.
      Ich habe zum Glück auch nur Geld investiert, was ich nicht brauche und genug Reserven, um ein paar Jahre damit zu überbrücken (sofern es keine Inflation oder Ähnliches gibt). Wenn ich hier also über meine Angst mit Wertpapieren schreiben, zählt das alles unter die Kategorie „Luxusprobleme“ und „verpasste Chancen“.
      Die Erfahrung, die ich jetzt mache, ist vielleicht nicht schön, aber wichtig, um mich selbst besser kennen zu lernen.

      Liebe Grüße & bleibt gesund!
      Jenny

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      • Wir haben tatsächlich lange nicht investiert, aber vor etwa 1,5 Jahren schien es uns dann doch nützlich. Gerade, weil meine gesetzliche Rente vermutlich gegen Null tendieren wird, schien uns das eine sinnvollere Art der Absicherung.
        Klar sind es Luxusprobleme – aber angenehm ist die Situation trotzdem nicht.

        Liebe Grüße, bleibt auch gesund!

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  11. Hey Jenny,

    erfahrene Börsianer sagen sicherlich nicht, man solle sein Depot in solchen Zeiten nicht beachten. Auch helfen Weisheiten und Sprüche keinem. Sondern nur ein System und ein Plan und dazu gehört dann auch der berühmte Zeithorizont.

    Wer aktuell einen ETF Sparplan laufen hat, dem kommen die aktuellen Kurse zu Gute. Langfristig gibt das Rendite und wird sich auf der Haben-Seite wieder finden. Alles top, weitermachen!

    Wer allerdings in Aktien investiert ist und/oder ein größeres Depot hat, sollte mittlerweile sämtliche Sicherungen ausgelöst haben und an der Seitenlinie stehen! Also mehr Cash, als Werte haben.

    Ich weiß, als Investor kauft man (s)ein Unternehmen langfristig. Im romantischen Verständnis: “für die Ewigkeit”, was oft auch mit “Buy & Hold” deklariert und leider von sämtlichen Bloggern verbreitet wird.

    Aber die Wirklichkeit ist nicht romantisch und die Wirtschaft nicht ewig!

    Lehmann steht mit einer Bilanzsumme von 691 Milliarden Dollar an der Spitze der Insolvenzen. Den Untergang von General Motors hätte auch keiner geglaubt. Oder, dass Nokia keine große Rolle mehr auf dem Handymarkt spielt. Selbst Jeff Bezos denkt laut, Amazon wird es irgendwann nicht mehr geben.

    Die Ableitung daraus lautet für Investoren: buy & hold & check!

    Nach einem Aktienkauf nimmt man also keine Schlaftabletten, wie Kostolany oft zitiert wird und wacht irgendwann wieder mit Gewinnen auf. Langfristig funktioniert das zwar, weil die Wirtschaft langfristig steigt, aber einmal im Jahr sollte man seine Position überprüfen, bzw. sich definitiv mit Sicherungen beschäftigen.

    Einfache und beliebte Schlagworte dazu sind „Positionsgrößenstrategie“ und die Gleitenden Durschnitte auf 50er und 200er Basis. Damit kann man solche, aktuellen Einschläge auf jeden Fall aus dem Weg gehen.

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    • Hey Lubo,
      ich betreibe auch kein Buy and Hold. Buy and Hold würde bedeutet, dass man nicht kritisch genug ist, um seine Investitionen regelmäßig zu hinterfragen. Egal wie die Kurse stehen, man sollte immer prüfen, ob man noch zufrieden ist. Ich werde nun tatsächlich ein paar Positionen veräußern, um meinen risikoarmen Anteil zu erhöhen. Das war immer meine Strategie und damit fühle ich mich am wohlsten.

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  12. Hey 🙂
    Mein Depot ist momentan leider auch bei mittlerweile -25%.
    Darunter auch meine ETFs. Meine Einzelaktien haben auch Federn gelassen. Im Allzeithoch, haben die „Zockeraktien“ wie Beispielsweise Deutsche Bank, Geely, BYD und mein Horizons Marijuana Life Sciences Index ETF das Einzelaktiendepot immer im roten Bereich gelassen. Somit bin ich bisher mit meinen „normalen“ ETFs (World, EM, World Small Cap und NASDAQ-100) deutlich besser gefahren. Denn das ETF Depot war durchgängig grün.

    Hätte ich die ollen o.g. Aktien nicht gekauft, wäre mein Depot über die Jahre sicher besser performt. Gerade deshalb bin ich am überlegen, im kommenden – hoffentlich baldigen – Aufschwung den Krams zu veräußern. Dann habe ich halt einen schmerzhaften Verlust gemacht, aber kann den Rest des Geldes in bessere Unternehmen oder ETFs stecken.

    Zum Nachkaufen in der jetzigen Corona-Krise: Ich habe schon ein bisschen nachgekauft. Hauptsächlich ETFs und Walt Disney. Bin am überlegen ob ich noch 2-3 Einzelaktien kaufe (SAP, Johnson & Johnson, Shell) oder weiter in ETFs das Geld stecke. Mal abwarten.

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    • @Gurki
      Verstehe den Gedanken mit dem Abwarten. Aber ich frage mich immer, ob man sich nicht direkt von schlechten Werten trennen sollte, damit das Geld besser arbeiten kann. Wer weiß, wie lange der Aufschwung auf sich warten lässt..

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  13. Hallo,

    ich habe hier noch etwas:

    „Drei Dinge treiben den Menschen zum Wahnsinn. Die Liebe, die Eifersucht und das Studium der Börsenkurse.“
    John Maynard Keynes

    @Gurki
    Wenn Du von bestimmten Aktien nicht mehr überzeugt bist, musst Du verkaufen. Es gibt keinen Grund auf irgendwelche bestimmten Kurse zu warten. Die kommen möglichweise nie.
    Der Entschluss, eine Aktie weiterhin zu halten, ist so als wenn man sie gerade kauft.

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  14. Hallo Jenny,

    durchhalten! Mach Dich nicht verrückt – das alles, was jetzt passiert, ist der Preis den Du zahlen musst, wenn Du Aktienmarktrendite haben möchtest. Die gibt es eben nicht geschenkt sondern will mit „Schmerzensgeld“ bezahlt werden. Dem einen oder anderen Neu-Investor scheint das in den letzten 10 Jahren kaum bewusst gewesen zu sein – zu wenig ist an den Börsen passiert.

    Ich mache mir ehrlich gesagt keine echten Sorgen, dass diese Krise schlimmer werden soll als 2008/2009. Ok, ich bin da auch grenzenloser Optimist, aber das sollte man eigentlich auch sein, wenn man in Aktien investiert. Wir werden jetzt alle eine Zeit lang damit leben müssen, dass ein Depot nicht nur Schwankungen nach oben (die sehen wir ja gerne), sondern auch Schwankungen nach unten haben kann.

    Ich würde Dir eine Börsen-Nachrichten- und Depot-Diät raten. Ich selbst habe seit Januar nicht mehr in mein Depot geschaut – ich weiß also gar nicht, wie weit die Kurse bei mir gepurzelt sind. Aber es ist auch völlig egal. Man macht sich nur verrückt, wenn man darüber nachdenkt. Solange Du ausreichend Liquidität hast, um auch mal eine Durststrecke zu überstehen (Kurzarbeit, evtl. ein paar Monate Arbeitslosigkeit), ist alles gut. Rühr‘ Dein Depot nicht an, verkaufe nicht und versuche Dich bitte auch nicht am Market Timing. Wenn Du das Gefühl hast, dass Du jetzt lieber etwas mehr Liquidität haben möchtest, setz halt Deine Sparraten aus – das wäre aber eigentlich ein Zeichen dafür, dass Du bislang eine zu hohe Aktienquote gehabt hast.

    Irgendwie kann ich mir bei Dir überhaupt nicht vorstellen, dass Du ernsthaft ob der Börsenkurse beunruhigt bist. Du machtest eigentlich immer einen sehr klaren und überlegten Eindruck bezüglich Deines Risikos. Ich weiß noch, wie vorsichtig Du eingestiegen und erst nach und nach die Quote erhöht hast. Sehr bewusst und überlegt. Bleib einfach ruhig und Du wirst schon bald sagen können, dass Du auch mal bei einem echten Crash durchgehalten hast.

    Liebe Grüße
    Dummerchen

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    • Hi Dummerchen,
      wieso habe ich nur so vernünftige Leser, schlimm! 😀 Ich habe die letzten Jahre etwas mehr getimet und weniger mittels Sparplänen investiert. Vom Gefühl her, bin ich damit besser gefahren. Um das zu beweisen, muss ich mir irgendwann mal meine genaue Rendite ermitteln. Da sich bei mir privat einiges entspannt hatte, habe ich meinen Tagesgeldpuffer verringert. Nun merke ich, dass ich mich damit einfach nicht wohl fühle. Liegt vermutlich daran, dass mir ein Wohnungskauf nach wie vor im Kopf rumspukt und man dafür zumindest ein wenig Eigenkapital braucht. Ich habe deswegen gerade ein wenig was von meinem Depot liquidiert und wieder als Puffer geparkt.
      Mein ganzes Depot zu verkaufen, den Gedanken hatte ich ehrlich gesagt nie. So lange mich hohe grüne Zahlen anlächeln, bin ich sehr tolerant. Gleichzeitig bin kein Fan davon, bei roten Zahlen noch mehr zu investieren. Stattdessen überlege ich, ob die roten Zahlen nicht vielleicht ihre Berechtigung haben und das Geld nicht wonanders besser aufgehoben wäre.

      Meine ETF-Sparpläne bleiben erst mal auf ein Minimum reduziert, bis ich & der Markt wieder ruhiger geworden sind.

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  15. Ja, es sind verrückte Zeiten.
    Bleibt gesund, alles andere wird sich regeln, wenn ihr neugierig/aufmerksam bleibt und die neuen Chancen ergreift.
    Damit meine ich nicht zwangweise die Kurse an den Börsen. Chancen gibt es überall.

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    • Wir machen aktuell ohnehin das beste aus der Situation 🙂 Verrückte, aber auch interessante Zeiten. Ich hoffe, dass Corona positiven Umbruch bewirken wird. Ich hoffe, dass weiterhin alle das Ganze gesund überstehen. Ein Kollegen von meinem Freund ist leider schon seit einer Woche wegen Corona auf der Intensivstation. 😦 Ich finde es gut, dass in Deutschland bei dieser Krise nicht die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund stehen, sondern die Gesundheit der Menschen. Es ist nicht schön, wenn nun Personen finanzielle Ängste haben. Aber in Deutschland wird keiner verhungern oder zum Sterben liegen gelassen.

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    • Das ganze Depot zu liquidieren, bringt tatsächlich nichts, vor allem wenn die Kurse schon sehr weit unten sind. Ich habe allerdings einen Teil meiner Aktien verkauft, um mehr Cashreserven zu haben. Der realisierte Verlust hält sich sehr in Grenzen. Dadurch bin ich nun tatsächlich wieder entspannter und bleibe es auch hoffentlich die nächsten Monate / Jahre.

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      • @meinedatesundich
        Ich hatte vor ein paar Monaten für 10.000€ Xiaomi-Aktien gekauft, nun für 8.500€ verkauft. Nvidia: 2465€ gekauft, für 4250€ verkauft. Durch Corona haben beide Unternehmen gelitten (25% & 20% Verlust zum Alltime High). Keine Ahnung, ob die beiden Unternehmen demnächst total abgehen und sich vielleicht vom Wert her verdoppeln. Mir war es nun lieber, wieder mehr Polster zu haben.

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  16. Meine Risikotoleranz kann ich erstaunlich einfach beschreiben.
    Solange ich noch min. 3k Cash in der Rückhand habe (was 6 Monate komplette Lebenshaltungskosten bei mir bedeuten würde, mit sichern Trasnsverleistungen eher 10 Monate) ist alles Esay^^
    Darunter, autsch.
    Depotverluste gehen irgendwie an mich vorbei. Als wäre das Vermögen nie Existent gewesen.

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    • Da bist du gelassener als ich. Ich bin gerne für jegliche Notfälle gewappnet, weswegen ich immer 20k auf der Seite habe. Ggf. gibt es in Krisen günstige Wohnungen, weswegen ich zusätzlich ein bisschen Eigenkapital parat haben möchte. Mich haben Kurseinbrüche wie beim Brexit nie gejuckt, weil sich die Börse in kurzer Zeit erholte. Dieses Mal habe ich das Gefühl, dass uns diese Krise 1-2 Jahre beschäftigen wird und wir ggf. auch mal -50% zu sehen bekommen. Auch das Risiko der Arbeitslosigkeit erhöht sich.

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    • Ich glaube, wir alle machen uns Gedanken und haben solche Szenarien mal durchgespielt. Wenn man wenig Verpflichtungen hat und ein in der Krise zuverlässiges Einkommen, fällt es eben leichter. Da fühle ich mich priveligiert. So liegen bei mir auch nur 2,5k Cash. Wohlwissend, dass die Summe nach einem Monat wieder reinkommt.
      Ich habe freilich deutlich mehr Cash auf einem anderen Tagesgeldkonto. Von dem bin ich bereit, es zu investieren, wenn es noch weitere 30-40% fällt. Das ist ein Szenario, das ich so durchgespielt habe und daran halte ich mich. Ich möchte aus ganze anderen Gründen nicht jedoch nicht, dass es dazu kommt.

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      • Ist dein extra Tagesgeldkonto also nur für den Fall eines enormen Crashs oder eigentlich für einen anderen Zweck?
        Ein krisensicherer Job ist auf jeden Fall hilfreich. Ich bin da deswegen ängstlicher, weil ich in der freien Wirtschaft arbeite und noch Probezeit habe.

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      • Genau. Es ist mein risikoarmer Teil, den ich für „Nichts“ vorgesehen habe und den ich nur bei enormen Rücksetzern nach und nach umschichten werde. Oder würde.
        Das hat was von Markttiming und die Wahrscheinlichkeit war höher, dass ich Rendite liegen lasse. Ich sehe es eher so: Ich partizipiere an Bullenmärkten, wenn auch nicht zu 100% meines Kapitals. Aber ich kann gut schlafen, wenn es doch mal einbrechen sollte. Ganz so abgebrüht wie Pascal bin ich eben doch nicht. 😉

        Ich finde dein Vorgehen an deine Lebenssituation vernünftig. Wenn eine Immobilie in Gedanken ansteht. Und dann noch Probezeit in der freien Wirtschaft. Klar gibt es im Worst Case noch ein Jahr ALG1, womit man gut leben kann. Kurzarbeit reicht auch zum Überleben. Aber warum es darauf anlegen.

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  17. Es gibt ja die Theorie, dass tägliche Liquidität zum Handel von Aktien und ETFs ein Vorteil ist. Allerdings stimmt das nur dann, wenn es keine verhaltensbasierten Fehler verursacht. Ansonsten kann die tägliche Handelbarkeit auch schnell zum Nachteil werden, sodass weniger Handlungsspielraum erstaunlicherweise besser wäre. Insofern wäre es ein Vorteil, sich vorzustellen, dass man eben nicht jederzeit verkaufen kann, da das Geld „sowieso“ fest gebunden ist. Das erleichtert die langfristige Perspektive.

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    • Hi Marko,
      man sollte die Situation durch sein Handeln natürlich nicht „verschlimmbessern“ wie es so schön heißt. Gehört mehr Glück als Verstand dazu, um an einem ATH zu verkaufen und bei z.B. -50% passend einzusteigen. Zu viel Handeln ist für mich tatsächlich eine große Hürde, weswegen mein Depot nicht ganz so zittrig ist wie meine täglichen Stimmungsschwankungen..

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  18. Hallo Jenny,
    interessant wie andere die Krise sehen. Ich kann dich gut verstehen. Den Wunsch zu verkaufen habe und hatte ich zwar nie, aber ich erinnere mich an einen Kommentar von einem Typ in einem anderen Finanzblog, der beim ersten kleinen Kursrückgang alles verkauft hat und von anderen dafür kritisiert wurde. Da gab es Aussagen wie „Es sterben ja nur die Alten, wie soll das der Wirtschaft schaden?“ Jetzt wünscht man sich natürlich, dieser hellseherische Typ gewesen zu sein. Auch für mich ist es die erste Krise und plötzlich sieht man alles nicht mehr so locker. Ähnlich wie du will ich nicht ausschließen, mal eine Immobilie zu kaufen. Dafür will ich garantiert kein Depot in den roten Zahlen auflösen. Was, wenn es 10 Jahre dauert, bis das alte Kursniveau erreicht ist? Mir war klar, dass das rein theoretisch passieren kann, aber ich frage mich gerade, wann ich dann mal was von dem Geld habe. Rente mit 40 wäre damit jedenfalls ausgeträumt und fürs „echte“ Rentenalter brauche ich das Geld sowieso nicht so dringend, da ich ein Haus erben werde. „Time in the market beats timing the market“ erscheint mir gerade wie der größte Bullshit… Seit Jahren wird ein Crash erwartet. Warum habe ich diesen nicht einfach in aller Ruhe abgewartet und könnte jetzt zum ersten Mal günstig einsteigen? Klar weiß man nie, wann der Tiefststand oder Höchststand ist, aber ob es gerade grundsätzlich günstig ist oder nicht, hätte man schon sehen können.

    Jetzt versuche ich das beste daraus zu machen und freue mich, noch am Beginn meiner Anlagekarriere zu stehen. Solange die Kurse unten sind, werde ich meine Sparpläne aufstocken und mehr investieren als sonst. Im Idealfall vor allem mit Geld, das ich sonst für Konsum ausgegeben hätte, der momentan eh nur eingeschränkt möglich ist. Sobald wieder die alten Höchststände erreicht sind (hoffentlich schon in 2-3 Jahren) plane ich aber, meine Aktiensparpläne deutlich zurückzufahren.

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    • Huhu Laura,
      zum frisch Einsteigen sind es auf jeden Fall gute Zeiten. Skywalker und (ich glaube) noch ein Leser bei Tim Schäfer haben ihr Depot liquidiert. Ich fand das mutig, aber nachvollziehbar. Es kriselte schon länger und Corona ist nun natürlich ein Turbo. Ich habe ETFs zur Diversifikation, aber ETFs spiegeln auch absolut die Stimmung der Menschen wieder. Brexit, Krankheiten, Gesetzesänderungen etc. sorgen für fallende Kurse. Ich werde mich noch eine Weile ärgern, meine ETFs nicht verkauft zu haben, aber damit muss ich nun leben. Ich bin gespannt, wie sich Corona in Schweden und USA verbreiten. Sollte es dort bald viele Todesfälle geben, herrscht Weltuntergangsstimmung und wir sehen vielleicht auch die -50%. Denn dann wüsste jeder, dass bald dauerhaft Quarantäne angesagt ist. Wird wiederum ein Gegenmittel gefunden bzw. die Anzahl der Toten ginge zurück, würden sich die Kurse schnell erholen. Wenn ich nach Italien oder Spanien schaue, befürchte ich aber eher negative Schlagzeilen.

      Ich bin froh, dass ich im Homeoffice bin und kaum Medien konsumiere. Somit lebe ich in meiner kleinen heilen Welt und versuche Corona zu verdrängen. Ich warte immer noch darauf, dass der Kollege von meinen Freund aus dem Krankenhaus kommt. Er wurde kam vor rund 2 Wochen wegen Corona in die Intensivstation und das hat mich sehr verängstigt.

      Wie lange bist du schon im Berufsleben? Man sollte als Berufsanfänger erst mal viel Cash sammeln, weil es erst nach 1 Jahr Berufstätigkeit Geld vom Arbeitsamt gibt.

      Liebe Grüße
      Jenny

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    • „Im Idealfall vor allem mit Geld, das ich sonst für Konsum ausgegeben hätte, der momentan eh nur eingeschränkt möglich ist.“
      Oh, ich habe mir den Spaß erlaubt nach den drei bis vier Wochen zuhause sein. Mal durchgerechnet, was ich so spare. Und in meinem Blog gepostet. So viel ist es gar nicht. Nicht bei mir. Ich bin noch nicht sicher, ob ich das für finde oder schade.

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      • Ich spare vermutlich auch nicht mehr als sonst. Habe keine wegfallenden Benzinkosten, bin nicht auf teure Konzerte gegangen oder habe viele Klamotten gekauft. Lediglich Urlaubs- und Bahnkosten fallen weg, weil ich meine Familie nicht besuche.

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  19. Ich finde es schon „seltsam“, dass so viele der Finanzblogger seit Ausbruch der Corona-Krise auf Tauchstation gegangen sind. Plötzlich kommt kaum noch Output und Sätze wie „ich schaue nicht mehr so oft in mein Depot“, „die Gesundheit ist wichtiger“ (stimmt natürlich) oder „mein Depot hatte in letzter Zeit nicht Priorität“ lese ich ständig. Ich finde dieses Verhalten sehr interessant und aufschlussreich. In einer Krise / Crash merkt man als Leser offenbar auch sehr schnell, wer eigentlich nur ein Schönwetter-Finanzblogger ist und wer tatsächlich so entspannt ist, wie er es zuvor bei Sonnenschein jahrelang mit zig Einträgen, Posts und Grafiken vermitteln wollte. Finanzblogger sind also auch nur Menschen und haben am Ende die gleichen Sorge und Ängste wie der Durchschnittsanleger. Ich hoffe allerdings, dass der ein oder andere aus dieser Branche dies auch selbst einsieht, sich und sein Tun hinterfragt und u.U. die Konsequenzen zieht.
    Die wirklich guten Blogger sind sowohl im Bullen- als auch im ausgeprägten Bärenmarkt aktiv und on Air. Nur davon gibt es offenbar nicht so viele, wie man vielleicht noch vor ein paar Wochen und Monaten gedacht hatte….

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    • Hey Daniel,
      was das betrifft, war ich nie eine typische Finanzbloggerin. Ich habe nie zum Buy and Hold geraten und habe offen dazu gestanden, dass ich aus Lust & Spielerei, Einzelaktien kaufe & verkaufe. Für mich wirkte es befremdlich, wenn Leute „all in waren“, während ich meine 50k Tagesgeldpuffer ohne Rendite irgendwo gebunkert hatte. Ich bin weit weg von den ruhigen Händen wie Tim Schäfer oder Finanzwesir Albert. Ich konnte mir schwer vorstellen, dass es noch mal eine Krise mit -50% gibt, wenn alle sich wie jetzt gierig an die Börse stürzen. Und wenn doch: Dann war es klar, dass das mit hoher Arbeitslosenquote und Existenzängsten einher gehen wird und die Leute gezwungen sind, unfreiwillig mit Verlust zu verkaufen. Ich überlege auch jetzt noch ab und zu, welche Wertpapiere ich verkaufen könnte, falls sie wieder etwas steigen und habe in dieser Krise auch schon Wertpapiere verkauft. Keine Ahnung, wie sich die Börse im nächsten Jahr entwickelt..

      Ich hoffe, dass ich da meinen Lesern gegenüber bisher ausreichend transparent bin. Ich zähle mich selbst nicht zu den: „Stetig ETFs kaufen!“-Predigern, sondern ich predige „Sorglosigkeit & ruhig schlafen können“, weil ich von Anfang an dazu stand, ein Angsthase zu sein. Das Thema Gesundheit behandle ich schon seit 2016 wiederkehrend auf meinem Blog.

      Manchmal frage ich mich, ob ich die unprofessionellste Finanzbloggerin gibt, die ich kenne oder ob ich überhaupt eine Finanzbloggerin bin. Gleichzeitig halte ich mich für „normal“ und ehrlich. Obwohl ich ein sehr analytischer Mensch bin, treffe ich wichtige Entscheidungen mit dem Bauch. Gleichzeitig komme ich mir damit vernünftig vor, weil ich mit diesen Bauch-Entscheidungen auch im Nachhinein meistens zufrieden bin.

      Liebe Grüße
      Jenny

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      • Letztendlich ist doch genau das etwas, das dich von den anderen abhebt – und die sinnvolle Größe des Tagespuffers hängt eben auch von der persönlichen Risikoneigung und der Jobsicherheit ab, und wenn die sich ändert, ist es ja durchaus legitim zu schauen, wie man sie am besten wieder auf Wohlfühlniveau bringt.

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    • @Daniel;
      die Beobachtung kann ich nicht teilen. Magst du mir paar Beispiele geben? Rein aus Interesse.
      Einige wenige Finanzblogger halte ich nämlich ebenfalls für ziemliche „Schwätzer“. Bißchen wichtig wirken und mit billigen eBooks/Webinare oder Affiliates zu den immer gleichen Büchern paar Euro abgreifen wollen. Bei einigen hier genannten Blogs trifft das meiner Meinung aber nicht zu.

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  20. Hi Jenny,

    ich kann nachfühlen wie Du dich fühlst. Kann wahrscheinlich jeder. Vielleicht ein paar Sachen die dir helfen:

    -Piloten üben das Abstürzen, nicht weil sie es wollen, sondern weil damit zu rechnen ist – so ist es auch mit Kurseinbrüchen bis hin zu Totalverlusten

    -die hedonistische Adaption, die dich zur Lifestyle Inflation verführt, ist jetzt dein Freund

    -das Wissen über die hedonistische Adaption sagt dir: du heulst bei einem Totalverlust ein paar Wochen und Monate in dein Kissen und dann geht es dir wieder gut (verspreche ich dir)

    -du bist jung und hast sicher relativ hohe Sparquoten. Du bist jetzt mit wie vielen jährlichen Sparraten investiert? 1, 2, 3 oder mehr? Ja das tut weh eine oder mehr davon zu verlieren, aber wie viele liegen noch vor dir?

    -natürlich wirst du deine Sparraten nicht (alle) verlieren, außer du verkaufst . Solange es Menschen gibt, die Dienstleistungen oder Waren wollen/brauchen, wird die Weltwirtschaft niemals Konkurs gehen

    -naja außer bei einer Zombie Apokalypse, Atomkrieg, Angriff von Außerirdischen, aber dann ist das auch egal. Sogar wenn alle Menschen plötzlich sehr frugal werden wie Oliver oder Tim Schäfer, auch die müssen was essen und brauchen ein Dach übern Kopf

    -eine Baise ist ein Segen, wir sind jung (ok ich bin 37 und du vielleicht unter 30?), wir brauchen eine Baisse um endlich günstiger einzukaufen

    -Notgroschen ist Trumpf, ich nutze die Abwärtsbewegung und kommende Seitwärtsbewegung und stocke meinen Notgroschen auf. Ich gehe aber Ende diesen Monats bereits wieder mit halber Kraft rein in den Aktienmarkt. Sobald der Notgroschen (etwa 6 Monatsausgaben) aufgefüllt ist, geht es wieder mit voller Kraft rein

    -dein wichtigstes Asset ist deine Gesundheit, die Gesundheit deiner Liebsten und die Arbeitskraft (zukünftiges Einkommen). Investiere in deine Skills und in deine Gesundheit, pflege deine Beziehungen, jetzt mehr als sonst

    Toi toi toi und bleib gesund und munter!

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